Interview mit Renate Glaser (ÖDP)
Dr. Renate Glaser ist seit 2020 Kreisrätin für die ÖDP und dort Mitglied im Umwelt- und Sozialausschuss. Ihr persönlicher Schwerpunkt ist der Klima- und Gesundheitsschutz, was wir im Interview auch deutlich wahrnehmen konnten. Sie ist Aufsichtsratsmitglied der Kreisklinik Ebersberg, beruflich Ärztin, und außerdem Mitglied des Vorstands Aktionskreis Energiewende Glonn e.V..
Phoenix: Zunächst möchten wir eine eher inhaltliche Frage stellen: Wie gut wird Ihrer Meinung nach die Kreislaufwirtschaft im Landkreis bisher umgesetzt?
Glaser: Das ist ein sehr wichtiges und aktuelles Thema. Zuvor war die Abfallsituation in Landkreishand. Auf Antrag meiner Fraktion, der ÖDP, wurde nun ein Kommunalunternehmen gegründet. Wir haben gesagt, dass wir uns moderner aufstellen müssen, was die Kreislaufwirtschaft angeht. Dann kam fraktionsübergreifend diese Idee. Es ist jetzt wie eine Firma, die gegründet wurde. Daran sind die Kreismitglieder aus dem Umweltausschuss beteiligt. Das heißt, es gibt keine politische Kontrolle mehr, aber die Umsetzung erfolgt wie in einer anderen Firma.
So, dass man dieses Thema mit den Kreisläufen, was total wichtig ist, um auch Ressourcen wiederzuverwenden, […] dort bearbeitet, abgebildet und auch strukturiert wird und die Vergaben, wer für was zuständig ist, dann eben über dieses Kommunalunternehmen passiert.
Phoenix: Sehr gut. Da Sie Mitglied im Vorstand des Aktionskreises Energiewende Glonn e.V. sind, was würden Sie konkret am Umweltschutz im Landkreis als erste Handlung verbessern oder verändern?
Glaser: Aha, gut. Ja, genau. Das bezieht sich auf meine Heimatgemeinde Glonn. Ich bin Ärztin und meine Schwerpunktthemen sind Umwelt- und Klimaschutz, weil das eng mit der Gesundheitssituation verknüpft ist.
Ich sage immer: Klimaschutz ist auch Gesundheitsschutz, das geht Hand in Hand. Was ich im Moment merke, ist, dass wir uns, obwohl wir auf Klimaschutzmaßnahmen setzen, auch sehr stark mit der Klimafolgenanpassung beschäftigen müssen. Und da ist für mich an erster Stelle der Hitzeschutz zu nennen.
Dabei geht es um Grünflächen, Aufenthaltsqualität im Freien und Verschattung durch Bäume und sonstige Elemente. Gerade in den Kommunen gibt es da noch viel Nachholbedarf. Wir haben einen wunderbaren Forst, da ist alles grün, aber das ist nicht überall flächendeckend der Fall. Vor allem in Gebieten mit dicht aneinandergebauten Häusern und Plätzen sehe ich oft, dass ich mir wünsche, es stünde dort ein Baum, unter dem ich mich hinsetzen und ausruhen könnte.
Die Klimafolgenanpassung in Bezug auf Hitze ist also ein wichtiges Thema, das wir verstärkt angehen müssen.
Sie waren früher Stimmtherapeutin am Theater. Inwieweit hilft Ihnen diese Arbeit in der Politik oder auch privat?
Ja, also, ich habe in diesem Zusammenhang viel Erfahrung gemacht, die tatsächlich auch Konfliktlösung beinhaltet. Das hat jetzt gar nicht so sehr mit der Stimmtherapie zu tun, sondern damit, wie man mit einem auftretenden Problem umgeht.
Deswegen habe ich unter anderem eine Ausbildung zur Mediatorin, zur Konfliktforscherin und zur Konflikttrainerin gemacht. Im Kreistag geht es immer um Kommunikation. Da gibt es immer unterschiedliche Positionen. Hier zu vermitteln, auch mal zu pieksen und einen ungewöhnlichen Vorschlag zu machen, über den dann diskutiert wird, ist ein Erfahrungsschatz, den ich aus dieser Zeit an der Bayerischen Theaterakademie mitnehme. Okay, genau.