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Interview mit Ulrich Proske (SPD)

Ulrich Proske ist Mitglied der SPD-Fraktion im Kreistag und zugleich auch ihr Fraktionssprecher. Er ist ebenso seit 2020 Ebersberger Bürgermeister und Aufsichtsrat der Energieagentur Ebersberg München. In diesem Interview erzählt er neben Erfahrungen als Feuerwehrkommandant auch über die Arbeit im Ebersberger Rathaus.

 

Phoenix:  Sie waren 24 Jahre lang Feuerwehrkommandant. Wie sehr hat es Sie in Ihrem Leben und Beruf als Politiker beeinflusst?

 

Proske: Also, das hat mich natürlich enorm geprägt. Das hat mich für mein ganzes Leben geprägt.
 Allein der Feuerwehrdienst. Ich bin mit 16 zur Feuerwehr gekommen. Bin dieses Jahr 40 Jahre aktiv bei der Feuerwehr mit dabei.
 Und  das  ist  natürlich  von  der  Sozialkompetenz  her,  wie  man  miteinander  umgeht,  wie  man miteinander spricht; von einer Sekunde in eine andere Sekunde in einer komplett anderen Lage zu sein; von zu Hause, vom Tisch weg; und dann auch in eine superschwere Lage, Verkehrsunfall oder Großbrand oder so. Und das prägt dann schon fürs Leben. Man sieht manche Dinge vielleicht nicht ganz so eng.
 Weil man halt auch sehr, sehr oft sieht, wie schnell das Leben vorbei sein kann, durch wirklich dämliche Umstände, dass das passieren kann. Und da wird man einfach ein wenig gelassener im Leben. Und das hilft einem vielleicht jetzt als Politiker in der einen oder anderen Situation ein bisschen weiter.

Also, man ist relativ krisenerprobt. Wobei Feuerwehrdienst ganz was anderes ist, als kein Geld mehr zu haben.

 

Phoenix: Was ist für Sie der spannendste Teil Ihrer Arbeit als Chef im Ebersberger Rathaus?

 

Proske: Es gibt eben so vieles. Der spannendste Teil ist tatsächlich das, wenn man Ideen hat,

Ideen [diese] einzuspeisen, in den Ausschuss hineinzubekommen, das so zu verpacken, dass die anderen  mitgehen, dass zum Schluss das rauskommt, was man haben will. Und das funktioniert meistens, wenn es gute Ideen sind. Und das ist echt spannend, weil das ist immer  ziemlich nervenaufreibend.

Und jetzt habe ich gleich ein Trauungsvorgespräch. Das ist auch immer sehr spannend. Sehr spannend, […] was man [von] denen erfährt. Und aufgrund der Angaben, was mir die geben, stricke ich eine Trauungsrede zum Beispiel.

Und das ist immer wieder spannend, mit wem habe ich es denn zu tun.