Interview mit Günter Scherzl (FW)
Günter Scherzl ist seit 2022 Kreisrat und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Gemeinderat Poing. Seine persönlichen Schwerpunkte sind unter anderem ein praktisch praktizierter Umweltschutz, Verkehrsinfrastruktur und Wirtschaftsentwicklung. Zudem war er früher Musiker und liebt Musik, weshalb er sich in diesem Interview unter anderem mit einem Song beschreiben durfte.
Phoenix: Ihre kommunalpolitischen Schwerpunkte sind u. A. ja ein praktisch praktizierter Umweltschutz und die Ortsentwicklung. Genau wie viele Schülerinnen und Schüler des FMGs wohnen Sie in Poing, weshalb wir fragen wollen, was Sie speziell in Poing ändern wollen würden?
Scherzl: An sich in Poing. Ah, jetzt ganz allgemein gesehen. Ja, sagen wir so. In Poing haben wir eine ganz enorme Bevölkerungsentwicklung. Ich weiß nicht, 1980 waren wir noch 5.000 Einwohner. Jetzt haben wir 17.000 und das in den wenigen Jahrzehnten. Da muss man versuchen, nicht nur die Infrastruktur zu schaffen, den Wohnraum zu schaffen, sondern man muss die Leute an den Ort vom Herzen her anbinden. Da gibt es die ganz alten Poinger, da zähle ich mit dazu. Aber wenn ich jetzt in die ganz neu gebauten Quartiere im Norden gehe, das ist noch ein Stück eine andere Welt. Das sind meist junge Familien, die sind gerade rausgezogen, die haben ganz kleine Kinder oder Schulkinder. Und natürlich finden die sich jetzt da zurecht. Und haben das Angebot. Klasse, Kinderbetreuung, Schulen passt, wenn das Gymnasium da ist. Aber ich sage mal, das ist mehr funktional. Und was wir brauchen, ist eine emotionale Bindung, ein Vernetzen. Da macht bei uns die ARGIT, also die Bauträger machen da viel, machen ein Straßenfest, machen ein Volksfest. Das sind genau die richtigen Maßnahmen.
Phoenix: Da Sie ja Musiker waren, wie würden Sie sich privat beschreiben als Musiker? Ruhig, konstant, der Motor, das Herz? Würden Sie dasselbe auch für Ihre Politik sagen oder da vielleicht ein bisschen anders?
Scherzl: Nein, das ist gar nicht weit weg. Ich sage als Politiker, wir müssen das tun, was wichtig ist und was machbar ist. Ich bin Realpolitiker. Ich sage jetzt nicht dogmatisch, wir brauchen 40 Windräder, sondern ich sage, wir brauchen die Energiewende. Da müssen wir schauen, müssen es 40 Windräder sein? Können es nicht mehr PV-Flächen sein? Aber das Ziel muss erreicht werden.
Phoenix: Gibt es vielleicht einen Song, der Ihre Arbeitshaltung beschreiben würde?
Scherzl: Oh, das ist eine gute Frage. Mir fällt jetzt kein Songtitel, der jetzt wirklich passt, ein, aber ich würde sagen, Politik ist auch immer Teamarbeit. Und da, wo es Überschneidungen gibt, da muss man die Kräfte bündeln.
Und ich kann nur sagen, bei uns im Kreistag sind die Überschneidungen Gott sei Dank sehr hoch. Also wir haben wirklich ganz viele Entscheidungen mit guten Mehrheiten. Und da habe ich andererseits auch wieder ein bisschen Sorge, was jetzt die kommende Wahl angeht, weil die AfD kandidiert. Ich fürchte, dass die Zuwachs kriegen, die haben Landratskandidaten. Das ist die unschöne Situation.
Es gibt einen Song von der Tina Turner, der glaube ich heißt Let’s Stick Together. Also im politischen Sinne.
Super, wirklich Anerkennung für eure Arbeit, super. Es war ja letzte Woche Gedenken für die Holocaustopfer, aber auch das so auf die Spur zu bringen, so ein Einzelschicksal nachzuvollziehen, das ist ja Wahnsinnsarbeit. Und ich denke mal, das ist einer von Millionen.